Markus Repnik erhielt die höchste Auszeichnung der European Meteorological Society
Der gebürtige Dornbirner wurde für die Gründung der Systematic Observations Financing Facility (SOFF) mit der EMS-Silbermedaille geehrt. Der UN-Fonds wurde gemeinsam mit der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), der UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) sowie UNEP (Umweltprogramm der Vereinten Nationen) ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gesetzt, vor allem Entwicklungsländern exakte Wetter- und Klimadaten zur Verfügung stellen zu können. Die GeoSphere Austria unterstützt im Rahmen des SOFF-Programms neun Länder auf drei Kontinenten im Aufbau von Wetter-Messnetzen.
Die Verleihung der höchsten Auszeichnung der European Meteorological Society (EMS) erfolgte am Montagabend im Rahmen ihrer Jahrestagung in Utrecht (NL). Bei der Überreichung der Silbermedaille hieß es, der von Markus Repnik 2022 gegründete und auch von ihm geleitete Systematic Observations Financing Facility (SOFF) habe globale meteorologische Beobachtungsnetzwerke gestärkt – insbesondere in Entwicklungsländern. Durch „bahnbrechende Finanzierungsmechanismen und starke internationale Partnerschaften“ habe dieser Regierungen, Entwicklungsbanken und meteorologische Institutionen in Europa mobilisiert, um kritische Beobachtungslücken zu schließen.
Repniks Arbeit habe die globale Wettervorhersage, Klimadienste und Katastrophenvorsorge verbessert und gleichzeitig Europas wissenschaftliche und strategische Führungsrolle gestärkt. Zudem habe Repnik eine Schlüsselrolle bei der Sensibilisierung politischer und öffentlicher Aufmerksamkeit für die grundlegende Bedeutung meteorologischer Beobachtungen gespielt. „Seine Bemühungen haben einen dauerhaften globalen Rahmen geschaffen, der eine nachhaltige Beobachtungsinfrastruktur und langfristige Vorteile für operative Meteorologie, Forschung und Klimaanwendungen sicherstellt“, betonte Florence Rabier, künftige Präsidentin der European Meteorological Society.
Obwohl er selbst kein Meteorologe sei, habe Markus Repnik die seltene Fähigkeit, wissenschaftliche, operative und politische Dimensionen mühelos zu verbinden. „Er verpflichtete sich voll und ganz, fundierte wissenschaftliche Belege zu liefern, die die Notwendigkeit unterstützen, Erdbeobachtungen effektiv an Nicht-Wissenschaftler zu kommunizieren“, hob Rabier hervor.
In seiner Dankesrede betonte Markus Repnik, Jahrgang 1962, er fühle sich außerordentlich geehrt, „doch diese Anerkennung gebührt den vielen Menschen, die aus einer ehrgeizigen Idee eine neue Finanzierungsmethode für ein globales öffentliches Gut gemacht haben“. Durch SOFF werde „neu definiert, wie Unterstützung für Entwicklungsländer bereitgestellt wird, sodass diese nachhaltig wichtige Wetter- und Klimadaten generieren und international austauschen können, wodurch die Vorhersagegenauigkeit weltweit gestärkt wird."
In den vier Jahren seit seiner Gründung hat SOFF 66 Länder unterstützt, von denen wiederum 26 bereits in die Investitionsphase eingetreten sind. Insgesamt wurden 133 Millionen US-Dollar genehmigt, um die Infrastruktur, institutionelle Kapazitäten und den internationalen Datenaustausch zu stärken. „Diese Investitionen führen bereits dazu, dass zusätzliche Daten von Ländern wie Tschad, Mosambik, Bhutan und Kap Verde international geteilt werden und so Lücken in einigen der datensparsamsten Regionen unseres Planeten geschlossen werden konnten“, schloss Repnik. Österreich hat sich als eines der ersten Länder an der Finanzierung der Initiative beteiligt und arbeitet im SOFF-Programm, vertreten durch die GeoSphere Austria, mit neun Ländern auf drei Kontinenten zusammen: Südsudan, Tschad, Dschibuti, Sierra Leone, Guyana, St. Lucia, Dominica, St. Vincent und die Grenadinen, Laos.


