Hitze stellt in Österreich mittlerweile die tödlichste Naturgefahr dar. In Österreich sind vor allem die städtischen Gebiete und Ballungsräume immer wieder stark betroffen. Die Hitzetage – Tage, an denen die Lufttemperatur auf über 30 Grad Celsius klettert – nehmen kontinuierlich zu. 2024 wurden im Zentrum von Wien (Bezirk Innere Stadt) erstmals mehr als 50 Hitzetage registriert.
Die GeoSphere Austria erstellt die Datengrundlage für den nationalen Hitzeschutzplan und die Hitzeschutzverordnung, die im Fall von sehr hohen Temperaturen Maßnahmen beschreiben, um die in Österreich lebende Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen der Hitze zu schützen und ist somit Dreh- und Angelpunkt der Hitzewarnung in Österreich.
Der Nationale Hitzeschutzplan in seiner aktuellen Fassung aus dem Jahr 2026, herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), entstand in Kooperation mit den Bundesländern und der GeoSphere Austria und legt Schritte fest, die im Fall von extrem hohen Temperaturen und Hitzewellen gesetzt werden.
Dem Plan liegen gesetzlich Vorschriften zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor Gefahren wie z.B. Hitze zugrunde, wie die seit 1. Jänner 2026 in Kraft befindliche Hitzeschutzverordnung (Hitze-V), die vor allem Arbeiten im Freien im Fokus hat.
Beratungsdienste für den Katastrophenschutz
Im Rahmen von AMAS (Austrian Multi-Hazard Impact-based Advice Service) als wichtigem Teil des staatlichen Katastrophenschutzes (SKKM) werden die Auswirkungen von extremen Hitzewellen interdisziplinär erfasst, eingeordnet und als Gesamtheit beurteilt. Hitzeereignisse sind oft von längerer Dauer und beeinflussen die Gesundheit, die Wald- und Flurbrandgefahr, die Luftqualität, das Wassermanagement, die Infrastruktur, Nahrungsmittelversorgung und Energieversorgung. AMAS sichert eine umfassende Beurteilung und schließt auch die Langfristprognose für die kommenden Wochen ein.
Hitzewarnungen
Die GeoSphere Austria stellt mittels einer webbasierten 4-stufigen Warnapplikation die erforderlichen Informationen zum Schutz der Bevölkerung vor möglicher Hitzegefahr und weiteren Wettergefahren zur Verfügung. Die Warnstufen (Gelb, Orange, Rot) basieren nicht nur auf meteorologischen Messwerten, sondern berücksichtigen auch Faktoren, die das Gefahrenpotenzial beeinflussen, wie Jahreszeit, Luftschadstoffe, Vegetation oder regionale Vorbelastungen. Ergänzend werden Empfehlungen zum Schutz von Menschen und Sachwerten bereitgestellt. Wetterwarnungen in Grenzregionen werden international abgestimmt und gemeinsam mit den Warnungen anderer europäischer Wetterdienste auf Meteoalarm veröffentlicht. Ab der Warnstufe 2 (Gelb) in der Applikation sind Maßnahme zum Schutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erforderlich.
Die Hitzewarnungen werden auf Grundlage der prognostizierten gefühlten Temperatur erstellt. Dabei werden neben der Lufttemperatur auch Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung berücksichtigt. Die Warnungen basieren auf Vorhersagen hochauflösender Wettermodelle und werden ausgegeben, wenn festgelegte Schwellenwerte über mehrere Tage überschritten werden. Zusätzlich fließen Faktoren wie die nächtliche Abkühlung sowie die Jahreszeit in die Bewertung ein. Da die Auswirkungen von Hitze je nach Situation unterschiedlich sein können, werden bei der Festlegung der Warnstufen auch mögliche gesundheitliche Belastungen mit einbezogen. Die Warnungen werden auf Bezirksebene veröffentlicht und durch Informationen zu möglichen Auswirkungen sowie Empfehlungen zum Schutz der Bevölkerung ergänzt.
Hitze bezeichnet einen Zustand ungewöhnlich hoher Lufttemperaturen, der als belastend empfunden wird. Für den Menschen ist Hitze aber eigentlich mehr als nur die Temperatur: Auch Luftfeuchtigkeit, (fehlender) Wind und starke Sonneneinstrahlung können das Hitzeempfinden stark beeinflussen.
Der österreichische Hitzerekord liegt bei?
Der österreichische Hitzerekord liegt bei 40,5 ° Celsius und wurde am 8. August 2013 in der Wetterstation Bad Deutsch Altenburg (NÖ) gemessen.
Was sind Hitzetage?
Hitzetage sind Tage, an denen die maximale Temperatur 30 ° Celsius überschreitet.
Was sind extreme Hitzetage?
Extreme Hitzetage sind Tage, an denen die maximale Temperatur 35 ° Celsius überschreitet.
Was sind Tropennächte?
Tropennächte sind Nächte, an denen die minimale Temperatur 20 ° Celsius nicht unterschreitet.
Was ist eine Hitzewelle?
Eine einheitliche Definition des Begriffs Hitzewelle gibt es nicht, da Hitze je nach Region anders wahrgenommen wird. Im mitteleuropäischen Raum spricht man oft ab einer Periode von drei aufeinanderfolgenden Tagen mit Höchsttemperaturen jeweils größer oder gleich 30 ° Celsius von einer Hitzewelle. Noch etwas genauer ist hier die Definition mit Hilfe der sogenannten Kysely-Tage: Die Hitzewelle hält solange an, solange die mittlere maximale Temperatur über die gesamte Periode hinweg weiterhin über 30 ° Celsius liegt und an keinem Tag die Maximaltemperatur 25 ° Celsius unterschreitet. Die Tage einer derartigen Hitzeperiode werden auch als Kysely-Tage bezeichnet.
Warum sind Städte stärker durch Hitze betroffen?
In den Städten kommt der sogenannte städtische Wärmeinseleffekt oder auch Urban Heat Island-Effekt zum Tragen. Die städtische Wärmeinsel, oder teils auch Hitzeinsel genannt, ist ein Begriff aus der Stadtklimatologie und beschreibt den Temperaturunterschied zwischen der meist wärmeren Stadt und dem kühleren Umland. Vor allem in der Nacht ist diese Diskrepanz sehr stark ausgeprägt. Die Gründe für diesen Effekt sind vielfältig:
Flächen aus Materialien wie Asphalt, Beton, Metall oder Glas speichern mehr Wärme. Das führt zu einer Aufheizung und Häufung von Tropennächten.
Es gibt in Ballungsräumen weniger schattenspendende Bäume und Grünflächen und somit kann auch die Verdunstung nicht zur Abkühlung beitragen. Die versiegelten Flächen speichern zudem keine Feuchtigkeit, wie es natürliche Böden machen.
Es kommt außerdem zur sogenannten anthropogenen Wärmefreisetzung, etwa durch Industrie, Verkehr oder auch Hausbrand.
Auch die Beeinträchtigung der Luftzirkulation durch Hochhäuser kann dazu beitragen. Durch die Verbauung kann die Luft weniger gut zirkulieren und kühlender Wind nicht für ausreichend Belüftung sorgen.
Was sind die gesundheitlichen Folgen der Hitze?
Zu den gesundheitlichen Folgen der Hitzebelastung für den Menschen zählen: Dehydration, Schwäche, Herzprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Erschöpfung, Hitzeschlag, Sonnenstich, Verschlimmerung von Vorerkrankungen.
Wer ist betroffen?
Von einer erhöhten Hitzebelastung sind alle Menschen betroffen!
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Babys und Kleinkinder, kranke Menschen, schwangere und stillende Frauen, Substanzabhängige, Arbeitende im Freien, Sportlerinnen und Sportler, Obdachlose, Personen, die an hohe Temperaturen nicht gewöhnt sind, in schwierigen Wohnverhältnissen oder Isolation leben und die lokale Sprache nicht verstehen.
Welche langfristigen Folgen hat die zunehmende Hitze für die Erde?
Zu den Folgen vermehrter Hitze auf der Erde zählen: Dürre mit Ernteausfällen, sinkende Grundwasserspiegel, Knappheit von Trinkwasser, Waldbrandgefahr, Schäden an Infrastruktur (Straßen, Schienen, Stromleitungen), Gletscherschmelze, Häufung von Gewittern mit Niederschlagsereignissen und Vermurungen.
Maßnahmen zur Hitzebekämpfung?
Akute Maßnahmen werden getroffen durch die Anwendung der Hitzeschutzverordnung (Arbeitnehmerschutz für Arbeiten im Freien) sowie die Umsetzung des Nationalen Hitzeschutzplanes und die jeweiligen Pläne auf Ebene der Bundesländer und Gemeinden.