Rohstoffrelevante Elemente in Grundwässern Österreichs
Das Projekt REGÖ (BMF-Initiative) bündelt hydrogeologische Daten zu Grundwässern Österreichs für kritische Rohstoffe. Es nutzt bestehende Analysen (z. B. Lithium, Seltenen Erden, Nickel, Uran) aus Monographien und Karten, um eine Geodatabase und einen Bericht zu erstellen. Die Daten helfen bei der Rohstoffershebung und zeigen geologische Korrelationen.
Das Projekt REGÖ ist Teil der Explorationsinitiative des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) und zielt auf die Verdichtung und Interpretation von Basisaufnahmen des Bundesgebietes ab. Es dient der Aufbereitung und Auswertung chemischer Daten der KE Hydrogeologie zu vor allem tiefen Grundwässern in Österreich, insbesondere im Hinblick auf kritische Rohstoffe. Die Daten aus früheren Projekten sollen harmonisiert und auf relevante Elemente untersucht werden. Das Ergebnis des Projekts umfasst eine Geodatenbank mit den verarbeiteten Daten sowie einen Projektbericht, der die Verteilung der relevanten, im Wasser gelösten Elemente nach geologischen Zonen darstellt.
Die Daten stammen aus mehreren Projekten der Kompetenzeinheit Hydrogeologie der GeoSphere Austria, darunter Monographien zu Grundwässern wie „Trinkbare Tiefengrundwässer“, „Radionuklide in Grundwässern“ und „Thermalwässer in Österreich“. Die letzte Monographie aus 2018 („Österreichs Mineral- und Heilwässer“) enthält chemische Analysen zu Mineral- und Heilwässern sowie ultraspurenanalytische Ergebnisse von 57 Wasserproben aus unterschiedlichen geologischen Einheiten. Diese Analysen wurden am Institut für Analytische Chemie der BOKU durchgeführt und umfassen fast alle Elemente des Periodensystems im Nanogramm pro Liter-Bereich, was deutlich präziser ist als bei standardmäßigen Trinkwasseranalysen. Zudem wurde ein Manuskript für eine neue Hydrogeologische Karte Österreichs erstellt, die hydrochemische Daten von Lagerstättenwässern aus der Molassezone sowie den Wiener und Steirischen Becken enthält. Diese Daten sollen im Rahmen von REGÖ auf Lagerstättenrelevante Parameter ausgewertet werden.
Die Datensätze zeigen Spurenanalysen, die auf kritische Rohstoffe hinweisen. Beispielsweise enthalten Grundwässer im Granitgebiet erhöhte Lithiumgehalte und spiegeln die Verteilung von Seltenen Erden wie in Gesteinsanalysen wider. Auch andere Metalle wie Nickel, Chrom, Arsen, Antimon, Uran und andere sind in den Wasseranalysen nachweisbar. Die Zusammenstellung der Daten dient als Ergänzung zu bestehenden lagerstättenkundlichen Informationen. Es bleibt jedoch zu prüfen, ob erhöhte Gehalte an Lithium, Bor, Iod usw. im Grundwasser bereits für eine wirtschaftliche Nutzung relevant sind. Das Projekt trägt damit zur Verbesserung der Datenbasis für die Rohstofferhebung bei und unterstreicht die Bedeutung von hydrogeologischen Analysen für die strategische Rohstofferkundung.
