Klima

April 2026 – Minus 65 Prozent Niederschlagsdefizit: In ganz Österreich dominierte die Trockenheit

Vorläufige Aprilbilanz der GeoSphere Austria: Nur vier Aprilmonate verliefen seit 1858 trockener. In sieben Bundesländern waren die Niederschlagsdefizite mit -65 bis -75 % besonders hoch. An manchen Orten fiel nicht einmal 15 % der Regenmenge, die in einem April durchschnittlich anfällt.

Erneut etwas zu warm (+ 1,0 Grad zum Klimamittel 1991 bis 2020) und ziemlich sonnig verlief der April 2026. Teils dramatische Defizite gab es allerdings beim Niederschlag. Vom Pongau bis zum Flachgau, in Oberösterreich, in der nördlichen Obersteiermark und im Mostviertel sowie in Osttirol und Oberkärnten war der April 2026 um 50 bis 70 % niederschlagsärmer. „Im Rheintal, dem Tiroler Unterland, im Pinzgau, Lungau, in Unterkärnten, in der Steiermark entlang und südlich von Mur und Mürz, im Burgenland sowie in Wien und weiten Teilen Niederösterreichs waren die Niederschlagsdefizite mit -70 bis -85 % besonders hoch“, bilanziert Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. An manchen Orten fiel nicht einmal 15 % der Regenmenge, die in einem April im Mittel zusammenkommt. Dazu gehörten Gleisdorf, Langenlebarn, Bruck an der Mur, Zeltweg, Retz, Wien oder Allentsteig.

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Niederschlag im April 2026: Abweichung des Niederschlags vom Mittel im Vergleich zum Mittel 1991-2020. Auswertung mit SPARTACUS-Daten bis inkl. 29.04.2026. © GeoSphere Austria.

Temperatur knapp über dem Mittel

Der April 2026 war im Tiefland Österreichs (HISTALP-Datensatz) um 1,0 °C wärmer war als das Klimamittel 1991-2020 und um 2,5 °C wärmer verlief als die deutlich kühlere Klimanormalperiode 1961-1990. Somit landet der heurige April auf Platz 18 der 260-jährigen Messgeschichte Österreichs. Auf den Bergen waren die Anomalien zum Klimamittel größer. Die Abweichung zum Bezugszeitraum 1991-2020 erreichte hier +1,8 °C und zum Klimamittel 1961-1990 +3,4 °C.

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Temperatur im April 2026: Abweichung der Temperatur vom Mittel im Vergleich zum Mittel 1991-2020. Auswertung mit SPARTACUS-Daten bis inkl. 29.04.2026. © GeoSphere Austria.

Viel Sonnenschein im ganzen Land

Gemittelt über das gesamte Bundesgebiet gab es ein Sonnenscheinplus von 13 %. Damit war es ähnlich sonnig wie im April des Vorjahres und es war der sonnigste April seit dem Jahr 2020, in dem sie Sonne um 50 % länger schien als in einem durchschnittlichen April. Am sonnigsten war es dabei in Vorarlberg, Nordtirol entlang des Alpenhauptkammes, in Osttirol und Oberkärnten. Dort schien die Sonne, verglichen mit dem Bezugszeitraum 1991-2020, um 25 bis 35 % häufiger.

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Sonnenscheindauer im April 2026: Abweichung der Sonnenscheindauer im Vergleich zum Mittel 1991-2020. Auswertung mit SPARTACUS-Daten bis inkl. 29.04.2026. © GeoSphere Austria.

Phänologische Entwicklung

Viele Baumarten haben – verglichen mit dem Österreich-Mittel 1991 bis 2020 – dieses Jahr verfrüht zu blühen begonnen. So setzte zum Beispiel der Blühbeginn der Süßkirsche und Hängebirke sechs Tage früher ein. Der Blühbeginn des Flieders war ebenfalls verfrüht. Die Blüte der Walderdbeere hat sich hingegen dieses Jahr verspätet. Der Laubaustrieb der Winterlinde war fünf Tage früher, der von der gemeinen Hasel war hingegen sehr nah am Mittel von 1991 bis 2020.

Der erste Kuckucksruf war dieses Jahr zwei Wochen früher zu hören als im Mittel. Das ist der bisher früheste Zeitpunkt der Beobachtungsreihe für den ersten Kuckucksruf. Die ersten Maikäfer des Jahres wurden auch bereits gesichtet.