Klimabilanz für Juli 2026: Um zwei Grad wärmer als das Klimamittel 1991 bis 2020 – und extrem trocken
Vorläufige Julibilanz der GeoSphere Austria: Mit 40,3 Grad in Wieselburg (NÖ) wurde der Allzeit-Julirekord aus dem Jahr 1983 deutlich überboten. Österreich – und da vor allem der Osten – hatte im Juli aber nicht nur mit extremen Temperaturen zu kämpfen, sondern auch mit massiver Trockenheit. An manchen Messstellen lag das Niederschlagsdefizit bei 90 Prozent.
Es war der viertwärmste Juli der 260-jährigen Messgeschichte. Lediglich die Julimonate 2006, 2015 und 2024 waren im Schnitt noch wärmer. Was die Spitzenwerte anbelangt, war der Juli 2026 allerdings klare Nummer eins: Am 31. Juli zeigte die GeoSphere-Messstation Wieselburg (NÖ) 40,3 Grad an – um 0,6 Grad mehr als der bisherige Allzeit-Julirekord aus dem Jahr 1983 (39,7 Grad in Dellach im Drautal). An vielen Messstellen wurden noch nie so hohe Temperaturen gemessen – allen voran jene in Wien-Stammersdorf: 40,1 Grad bedeuteten einen Allzeit-Rekord für die Bundeshauptstadt.
Auf der Hohen Warte in Wien fiel am 17. Juli binnen einer Stunde eine Regenmenge von 46 Millimeter – die restlichen 18 Millimeter der gesamten Julisumme verteilten sich über den restlichen Monat: Dies ist ein gutes Beispiel, wie sich der Juli 2026 niederschlagstechnisch verhielt. Hie und da ein heftiges Gewitter, aber in Summe deutlich zu wenig Regen. Selbst am nassesten Ort Österreichs im Juli, auf der Schmittenhöhe (S, 1956 Meter Seehöhe) gab es mit 188 Millimeter ein Niederschlagsdefizit von drei Prozent. Der trockenste Ort war Podersdorf am Neusiedler See (B, 116 Meter Seehöhe) mit zehn Millimeter. Massive Niederschlagsdefizite von 50 bis 80 Prozent wurden im gesamten Bundesgebiet gemessen, am größten waren sie am Wachtberg bei Steyr (384 Meter Seehöhe) mit minus 91 Prozent, gefolgt von den GeoSphere-Messstationen Wien-Mariabrunn (225 Meter) mit minus 89 Prozent und Wels (309 Meter) mit minus 87 Prozent. Der Juli 2026 zählt somit zu den fünf niederschlagsärmsten Julimonaten in den vergangenen 169 Jahren.
Im Juli erfolgte vielerorts die Fruchtreife der Marillen. Den Beobachtungen der GeoSphere Austria zufolge setzte die Reife etwa vier Tage früher ein als im Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020. Im Vergleich zur Periode 1961–1991 hat sich die Fruchtreife der Marillen im Mittel um etwa 20 Tage verfrüht. Auch die Weizenernte erfolgte früher als im Mittel über die Jahre 1991 bis 2020. Hinsichtlich der phänologischen Jahreszeiten lag der Juli 2026 im Hochsommer. Mit der Fruchtreife des Schwarzen Holunders kündigt sich vereinzelt schon der phänologische Spätsommer an.


